Geräuscharmes Schiffsdesign

Akustische Signale sind im maritimen Bereich von entscheidender Bedeutung. Die spezifischen Anforderungen hängen vom Schiffstyp und dessen Einsatzzweck ab und beziehen sich sowohl auf die zulässigen Unterwassergeräusche als auch auf den Geräuschpegel im Inneren des Schiffes. Durch die Festlegung von Geräuschbudgets für alle Schiffseinheiten, sowie von einzelnen Geräuschquellen und Komponenten wird sichergestellt, dass das Gesamtdesign akustisch unauffällig bleibt und das Schiff somit schwerer zu orten ist.  

Ein erheblicher Teil unerwünschter Vibrationen und Geräusche entsteht im Maschinenraum. Die Entkopplung von Maschinen – wie Generatoren, Schiffsdieselmotoren, Elektromotoren, Getrieben und Pumpen – ist eine wichtige Maßnahme zur Reduzierung von Unterwassergeräuschen. Sie verhindert, dass Vibrationen und Geräusche über die Fundamente direkt von den Maschinen auf den Schiffsrumpf übertragen werden, wodurch die Ausbreitung von Schallwellen im Wasser oder innerhalb des Schiffes vermieden wird. 

Illustration eines U-Boots in Seitenansicht, dargestellt in hellblauer Farbe auf blauem Hintergrund. Das U-Boot ist länglich mit angedeuteten Details wie Turm und Heckflossen.

Beispiel für ein Komponentenschema

Das Diagramm zeigt die Übertragungswege von Schwingungen und Geräuschen in einem mechanischen Antriebsstrang. Hauptquellen sind der Motor und das Getriebe, die über Lager und Kupplung mit der Struktur verbunden sind. Die Schwingungen werden über obere und untere Lagerebene sowie den Zwischenrahmen auf Fundament und Schiffsstruktur übertragen. Von dort können sie sich weiter in angrenzende Bereiche ausbreiten und schlussendlich als Unterwasserschall bzw. Luftschall in Kabinen abgestrahlt werden. Die Darstellung verdeutlicht die Kopplung zwischen mechanischen Komponenten und strukturellen Elementen, die für die akustische und dynamische Analyse relevant ist.

Diagramm mit mehreren horizontalen Kästen, die durch Linien verbunden sind. Oben fünf Kästen nebeneinander, darunter eine vertikale Reihe von sieben Kästen. Eine blaue Linie führt vom linken oberen Kasten zur Mitte der unteren Reihe.
Ein Diagramm mit einer gestrichelten, abwärts verlaufenden Linie, die mehrere kleine Zacken und Einbrüche zeigt. Oben befindet sich ein Textfeld mit der Aufschrift „Sound Transfer Function Gearbox Coupling“. Links ist die vertikale Achse, unten die horizontale Achse, beide ohne Beschriftung.
Ein Diagramm mit einer schwarzen, gezackten Linie, die von links oben nach rechts unten verläuft und dabei mehrere Spitzen und Einbrüche zeigt. Oben befindet sich ein hellblaues Textfeld mit der Aufschrift „Structure-Borne Noise Levels Gearbox“. Links ist die vertikale Achse, unten die horizontale Achse, beide ohne Beschriftung.
Diagramm mit einer blauen, abfallenden Linie, die von links oben nach rechts unten verläuft und am Ende mehrere kleine Ausschläge zeigt. Darüber steht der Text ‚Sound Transfer Function Engine Coupling‘.
Diagramm mit einem schwarzen, unregelmäßigen Linienverlauf auf einem weißen Hintergrund. Links eine senkrechte Achse, unten eine waagerechte Achse. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Structure-Borne Noise Levels Engine‘.
Diagramm mit einer blauen gestrichelten Linie, die zunächst flach verläuft und rechts einen Anstieg mit Spitze zeigt. Oben steht „Dynamic Transfer Stiffness Upper Mounts
Diagramm mit blauer gestrichelter Linie, die flach beginnt und mehrere Wellen nach oben zeigt. Oben steht „Dynamic Transfer Stiffness Lower Mounts“.
Eine technische Illustration zeigt mehrere miteinander verbundene Komponenten in einer horizontalen Anordnung. Links befindet sich ein länglicher Stab oder Welle, der mit einem kleineren Element verbunden ist. Daran schließt sich ein rechteckiger Block mit einem Zahnrad-Symbol an. Rechts davon folgt ein größeres, längliches Bauteil mit mehreren parallelen Linien und kleinen Kreisen, das auf einer Schiene oder Plattform liegt. Um die Komponenten herum sind blaue, geschwungene Linien dargestellt.
Diagramm mit einer blauen gestrichelten Linie, die leicht ansteigt und dann abfällt. Links eine senkrechte Achse, unten eine waagerechte Achse. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Dynamic Transfer Stiffness Gearbox Mounts‘.
Diagramm mit einer grauen Linie, die von links oben schräg nach unten verläuft und dann waagerecht weitergeht. Links eine senkrechte Achse, unten eine waagerechte Achse. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Reference Foundation Impedance‘.
Farbiges 3D-Modell einer komplexen technischen Struktur mit mehreren Ebenen und Konturen, dargestellt in Blau-, Grün- und Gelbtönen. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Flexural Modes of Intermediate Frame‘.
Diagramm mit mehreren farbigen Linien, die von links nach rechts verlaufen. Einige Linien sind waagerecht, andere steigen leicht an. Links eine senkrechte Achse, unten eine waagerechte Achse. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Rigid Body Modes‘.
Diagramm mit drei Linien: eine schwarze gestrichelte Linie, eine rote gestrichelte Linie und eine schwarze gepunktete Linie, die alle von links nach rechts leicht abfallen. Links eine senkrechte Achse, unten eine waagerechte Achse. Oben ein Textfeld mit der Aufschrift ‚Limits‘.

Wie Vibroakustik zum ganzheitlichen Ansatz von VULKAN beiträgt

Vier kleine technische Symbole in einer Reihe, jeweils aus schwarzen Linien und blauen Akzenten. Die Formen wirken wie stilisierte Darstellungen von mechanischen oder strukturellen Komponenten.

Die Auswahl elastischer Elemente – wie Kupplungen und elastische Lagerungen – zur Isolierung von lauten, vibrationsintensiven Maschinen muss sicherstellen, dass die erforderlichen Grenzwerte an definierten Positionen, d. h. an den Fundamenten oder an der Unterseite des Zwischenrahmens, eingehalten werden, ohne dass andere Leistungskriterien des Systems beeinträchtigt werden. Eine umfassende Analyse erfordert die Berücksichtigung aller relevanten Geräuschquellen, der dynamischen frequenzabhängigen Eigenschaften der elastischen Elemente sowie der Wechselwirkungen zwischen den Komponenten bei der Vorhersage von Schwingungen und Körperschallverhalten. 

Ebenso wichtig ist es, die Impedanz des Fundaments und gegebenenfalls die dynamischen Eigenschaften des Zwischenrahmens zu berücksichtigen, da diese das gesamte Schwingungs- und Geräuschverhalten des Systems erheblich beeinflussen. Die erforderlichen Berechnungen werden mit der VULKAN Acoustic Toolbox (VAT) in Kombination mit fortschrittlichen numerischen Simulationen auf Basis der Finite-Elemente-Methode durchgeführt. Die wichtigsten Eingabevariablen sind auf der vorherigen Seite dargestellt. Ein entscheidender Faktor für den Projekterfolg ist eine enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Akustikspezialisten des Kunden in allen Phasen des Konstruktionsprozesses.

Akustische Inhouse-Messungen

Technische Zeichnung einer Maschinenbaugruppe in vereinfachter Form. In der Mitte ein blaues zylindrisches Element, links und rechts graue Komponenten, die wie Halterungen oder Lager wirken.
Akustikprüfstand für Kupplungen
Technische Zeichnung einer Maschinenbaugruppe in vereinfachter Form. In der Mitte ein blaues zylindrisches Element, links und rechts graue Komponenten, die wie Halterungen oder Lager wirken.
Akustikprüfstand für Lagerungen

VULKAN legt den Grundstein für eine optimale Systemauslegung durch eine präzise Produktcharakterisierung auf eigenen Prüfständen. Dabei werden die dynamischen Übertragungssteifigkeiten unserer Gummilager in translatorischen Richtungen gemäß den geltenden Normen gemessen. Die standardisierten Messverfahren ermöglichen eine genaue Bewertung des vibroakustischen und dynamischen Verhaltens unter Betriebsbedingungen. 

Die Körperschalleigenschaften unserer hochflexiblen Gummikupplungen werden auf einem speziell entwickelten Prüfstand im VULKAN Test Center ermittelt. Mit einem Doppel-Schwingungsgenerator können wir sowohl die Übertragungsverluste als auch die Einfügungsverluste in axialer, radialer und torsionaler Richtung bei dynamischen Kraftaufbringungen bis zu 16 kN messen.